Was ist beim Hauskauf ohne Eigenkapital zu beachten?

Vorüber sind die Zeiten, in denen der Traum vom eigenen Haus lediglich mit einem prall gefülltem Sparstrumpf zu realisieren war. Wer das Risiko wagt und sich heute für einen Hauskauf ohne Eigenkapital entscheidet, sollte unbedingt folgende Punkte beachten.

Noch vor wenigen Jahren war ein Hauskauf ohne Eigenkapital undenkbar. Immer mehr Finanzierungsinstitute bieten mittlerweile schon die so genannte Vollfinanzierung an. Ganz besonders großzügige Banken finanzieren sogar die Hauskauf-Nebenkosten mit — und stellen damit bis zu 110 Prozent des Kaufpreises zur Verfügung.

Hauskauf ohne Eigenkapital nur mit hohem Einkommen

Achtung: Eine Finanzierung ohne Eigenkapital eignet sich nicht für jeden potenziellen Hauskäufer. Auf der anderen Seite bekommt nicht jeder Bauherr seine Wunschimmobilie auch voll finanziert.

Ein auf Lebenszeit verbeamteter Akademiker, also jemand dessen Verdienst auf viele Jahre im Voraus planbar und berechenbar ist, stellt den idealen Vollfinanzierer dar. Bei einer Vollfinanzierung fallen im Vergleich zu einer Baufinanzierung mit Eigenkapital nämlich wesentlich höhere Zinskosten an. Und dabei gilt grundsätzlich: Die Zinskurve wird immer steiler, je näher die Finanzierung an die 100-Prozent-Marke kommt.

Immobilien Hauskauf ohne Eigenkapital

© Eisenhans / Fotolia

In der aktuellen Niedrigzinsphase sollten möglichst lange Laufzeiten von mindestens 15 Jahren gewählt werden. Der Grund dafür ist einfach erklärt:
Wenn sich ein Hauskäufer für eine Laufzeit von nur 10 Jahren entscheidet, besteht die Gefahr, dass sich der Kapitalmarktzins schon nach Ablauf der Kreditlaufzeit von nur 10 Jahren bereits über dem aktuellen Zinsniveau liegt und damit die Folgerate weit über der ursprünglichen Rate liegt. Falls der Zinssatz dagegen noch weiter sinken sollte, kann der Kreditnehmer den Darlehensvertrag nämlich schon nach zehn Jahren mit einer sechsmonatigen Frist kündigen – und so eine günstigere Anschlussfinanzierung nutzen.

Kurze Laufzeit bedeutet immer hohe Belastungen

Die anfängliche Tilgungsrate sollte mindestens 2 bis 3 Prozent betragen, weil sich durch die höhere Tilgungsrate die Laufzeit verkürzt und entsprechen die Gesamtkosten für den Kredit reduziert werden.

Besonders wichtig ist bei Vertragsabschluss die Möglichkeiten flexibler Sondertilgungen zu vereinbaren – egal wann und ob sie später auch genutzt wird. Ebenfalls noch zu beachten ist beim Hauskauf ohne Eigenkapital, dass für die nächsten Jahre kein Umzug bzw. Wohnortwechsel geplant ist, weil beim kurzfristigen Verkauf einer Immobilie in der Regel hohe Verluste drohen. Unter Umständen schiebt dann schiebt der Finanzierer nach dem Verkauf auch noch einen Schuldenberg vor sich her.

Falls die Voraussetzungen alle erfüllt und dem die Risiken bekannt sind, ist grundsätzlich nichts an an einer Vollfinanzierung auszusetzen. Trotzdem ist es unbedingt ratsam für den Notfall auf Rücklagen zurückgreifen zu können. Ansonsten besteht leider das Risiko das durch die Gefahr unvorhersehbarer Kosten — beispielsweise durch ein kaputtes Dach — der Traum vom Haus zum Alptraum wird.

Was ist beim Hauskauf ohne Eigenkapital zu beachten?
4.7 (93.75%) 16 votes

Kommentare sind abgeschaltet.